Prvo pismo Franceta Prešerna Stanku Vrazu, Ljubljana, 4. marec 1837

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Pismo Franceta Prešerna staršem, Dunaj, 24. maj 1824 Prvo pismo Stanku Vrazu, Ljubljana, 4. marec 1837
Pisma
France Prešeren
Drugo pismo Franceta Prešerna Stanku Vrazu, Ljubljana, med 13. majem in 10. junijem 1837
Izdano: 1837
Viri: ff.uni-lj.si
Dovoljenje: To delo je v Sloveniji v javni domeni, ker so avtorske pravice na njem potekle.
Po Zakonu o avtorski in sorodnih pravicah (59. člen) trajajo avtorske pravice še 70 let po avtorjevi smrti.
Za anonimna in psevdonimna dela (kadar ni mogoče nedvoumno ugotoviti avtorja) trajajo 70 let po zakoniti objavi dela (61. člen).

Delo ni nujno v javni domeni tudi v ZDA. Za dela, objavljena pred letom 1978, se v ZDA upošteva rok preteka avtorskih pravic 31. december 95. leta od datuma stvaritve dela, za dela, objavljena leta 1978 ali pozneje, pa 31. december 70. leta po smrti zadnjega živečega avtorja.

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Lieber Freund!

Deinem Wunsche gemän schicke ich Dir 24 Exemplare von meinem nach Deiner Meinkng so schwer zu verstehendem Kerst; Kastelic schließt 9 vollstandige Exemplare der Čebelica bei. Wenn jedes Exemplar Einen Abnehmer und Leser findet, so sind wir beide zufrieden. Da nach Laibach zwei Polen das Schicksal verschlagen hat, so dürfte ich von der Gelegenheit profitieren und polnisch lernen. Die nachstehende Übersetzung aus dem Mickiewicz, die in dem heutigen Illyrischen Blatte abgedruckt worden ist, ist eine Frucht dieser Bekanntschaft.

Wer ohn’ Erwidrung seufzt, groß ist das Unglück dessen, Noch größer dessen, den das leere Herz langweilet; Doch mit dem. größten Unglück scheint mir der beteilet, Der nicht mehr liebt, daß er geliebt, nicht kann vergessen.

Sieht er mit kecker Stirn ein funkelnd Aug’ ihn messen, Macht der Erinn’rung Gift, daß er die Lust nicht teilet; Rührt Reiz und Tugend ihn, hin, wo der Engel weilet, Darf er mit welker Brust zu geh’n sich nicht vermessen.

Soll er nun And’re hassen, oder sich beschuld’gen! —

Er flieht der Göttin Bahn, kann nicht der Ird’schen huld’gen, Auf beide blickend läßt er jede Hoffnung fahren.

Sein Herz gleicht einem Tempel aus vergang’nen Jahren, Der öde, durch die Zeit verfallen, wo nicht thronen Die Gottheit will, und Sterbliche nicht dürfen wohnen.

Wir erwarten von Dir, daß Du bessere Übersetzungen aus dem großen Polnischen Dichter und zwar ins Slowenische liefern wirst. — Graf Auersperg ist wieder da gewesen, und hat mich wiederholt gefragt, ob Du keine Volkslieder eingesendet hast. Was ich ihm für eine Antwort geben mußte, ist Dir bekannt. Kastelic wartet noch immer auf den Luttenberger. Das Mož beseda scheint bei Euch halben Krobaten unbekannt zu sein. — Kastelic hat zwar das Rezepisse von dem Briefe an Gay verlegt, solltest Du jedoch keine Bestättigung über das überschickte Geld erhalten haben, so ersucht er Dich ihm das sogleich zu melden, damit er das Rezepisse aufsucht und es Dir überschickt. Melde uns, was Du und die übrigen Philoslovenen in Steiermark treiben? Kastelic grüßt Dich. — Indem ich die Herren Miklošič, Kušar und Murko in meinem Namen zu grüßen bitte, verharre ich

Dein aufrichtiger Freund
Dr. Franz Xav. Prešérn.

Laibach am 4. März 1837.


Die übersendeten Bücher beliebe Du bei Damian und Sorge abzuholen. Nachdem der Brief bereits geschlossen war, erhielt ich einen Separatabdruck des obigen Sonettes, den ich Dir beischließe.