Dem Andenken des Matthias Čop

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Die Wiederbestattung Dem Andenken des Matthias Čop
Nameček nemških in ponemčenih poezij
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Warum sie, wert, daß Sänger aller Zungen
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Ὃv oἱ δeoὶ φιλoῦσιν, ὰπoδνήσκει vέοϛ Brunk: Poetae gnomici

»Jung stirbt der, den die Himmelsmächte lieben.«
Der Spruch, mein Freund! hat sich an dir bewähret,
Stand in den blassen Zügen dir geschrieben;
Denn heiter war dein Antlitz, wie verkläret,
Dein Mund, der lächelte, als wollt’ er sagen:
Aus ist der Kampf, der lang genug gewähret.
So fand ich dich, als ich vom Schmerz getragen,
Zu dir geeilet auf die Schreckenskunde,
Daß aufgehört des Freundes Herz zu schlagen.
Und wie sie brennt, und brennen wird die Wunde,
Gelinder werden ihre glüh’nden Qualen,
Wenn ich erwäge deine letzte Stunde.
Der milden Abendsonne kühl’re Strahlen
Vergoldeten den grünen Schmuck der Aue,
Im Hintergrunde schautest du die kahlen
Giganten Oberkrains mit kühnem Baue,
Rings um dich rauschten sanft der Save Wellen,
Die dir zu sprechen schienen: uns vertraue;
Ob deinem Haupte segelten die schnellen,
Weißflock’gen Wolken hin: der Freud’ erschlossen
Fing an die Brust von hehrer Lust zu schwellen.
Nicht ahntest du, daß deine Bahn beschlossen;
Der Weltgeist sandte aus der lichten Halle,
Dich abzurufen zu des Lichts Genossen
Den Genius ab; im hellesten Krystalle
Der reinsten Woge löscht’ er aus den Funken,
Auf daß er rein zurück zum Urlicht walle.
Du schiedest von der Welt begeistrungtrunken,
In voller Kraft, des Schmerzes überhoben
Zu seh’n die Deinigen in Gram versunken.
Nun ist vorbei der innern Stürme Toben,
Der Liebe Schmerz, er ist nun ausgelitten,
Die unerwiedert Dir die Brust gehoben.
Du siehst und fühlst nicht, wie mit rauhen Tritten
Getreten wird das Edelste im Leben,
Wie Wen’ge, was doch allen noth, erstritten.
Wie kühn die Stolzen ihre Häupter heben,
Sie, die des Menschen wahren Werth nicht kennen,
Wie nichtig oft sogar der Besten Streben.
Nicht mehr wird Dich die alte Wunde brennen,
Daß fremd das Vaterland ist seinen Söhnen,
Daß sie sich scheu’n Slowenen sich zu nennen,
Daß abhold sie den teuren, süßen Tönen,
In denen sie die Mutter auferzogen,
Nur fremder Sitte, fremder Sprache fröhnen.
Du wirst nicht mehr von Hoffnungen belogen,
Von Wünschen, die so süß das Herz durchschauern,
Uns zu verlocken in des Abgrunds Wogen.
Nicht du, mein Freund! nur wir sind zu bedauern,
Das theure Vaterland ist zu beklagen,
Die Jünger, die am Grab des Meisters trauern.
Welch herrlichen Gewinn hätt’ er getragen,
Des Wissens reichster Schatz, der nun verschlossen,
Dem Vaterland, der Welt in künft’gen Tagen!
Es trieb dich ewig vorwärts, unverdrossen
Hast du gekämpft, bis du den Sieg errungen,
Bis sich des Lichtes Pforte aufgeschlossen.
Dir waren heimisch unsres Welttheils Zungen:
Was Hellas, Rom unsterbliches geschrieben,
Des Britten Lied begeistertes gesungen,
Der Lusitanier, Spanier, heiß im Lieben,
Der Italiener, Deutsche und Franzose
Geschaffen von der innern Gluth getrieben,
Das sprach zu dir im lieblichen Gekose
Der Muttersprache. Im sarmatschen Norden,
Wohin gerufen dich des Schicksals Loose,
Hast du gelauscht des Mickiewicz Accorden,
Und was der Čeche, Serbe und der Russe
Ans Licht gefördert, ist dir kund geworden.
Mnemosyne hat dich mit ihrem Kusse
Geweihet zu des Vaterlandes Frommen,
Um auszuspenden von dem Überflusse.
Nun hat der Tod von uns dich weggenommen,
Wir sah’n die Saat so herrlich sich gestalten,
Der wahre Erntetag, er wird nicht kommen!
Das ist’s, warum wir des Geschickes Walten
Verklagen, das so früh dich uns entrücket,
Warum wir trauernd uns’re Hände falten.
Ich weiß, du standest einsam, unbeglücket,
Daß dir, wie mir, kein Glück war hier beschieden.
Daß dich im stillen Haus kein Leid mehr drücket.
Ich gönne dir den tiefen, ew’gen Frieden;
Doch werd’ ich, bis sie mich zu Grabe tragen,
Daß du, mein Theuerster! so früh geschieden,
Daß du uns wardst so früh entrissen, klagen.