Pismo Franceta Prešerna Janezu Bleiweisu

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Pismo Franceta Prešerna Jožefu Blazniku, Kranj, 8. junij 1847 Pismo Franceta Prešerna Janezu Bleiweisu, Kranj, 21. januar 1847
Pisma
France Prešeren
Prvo pismo Franceta Prešerna Františku Ladislavu Čelakovskemu, Ljubljana, 14. marec 1833
Izdano: 1847
Viri: ff.uni-lj.si
Dovoljenje: PD-icon.svg To delo je v  javni lasti, ker so avtorske pravice potekle.
Po Zakonu o avtorskih in sorodnih pravicah (59. člen) trajajo avtorske pravice še 70 let po avtorjevi smrti.
Za anonimna in psevdonimna dela (kadar ni mogoče nedvoumno ugotoviti avtorja) trajajo 70 let po zakoniti objavi dela (61. člen).
Stopnja obdelave: 100 percent.svg To besedilo je pregledalo več urejevalcev in je brez tipkarskih in slogovnih napak.
Izvozi v formatu: EPUB silk icon.svg epub      Mobi icon.svg mobi      Pdf by mimooh.svg pdf      Farm-Fresh file extension rtf.png rtf      Text-txt.svg txt
JANEZU BLEIWEISU

Lieber Freund!

Zur Belohnung Deiner Verdienste um die Anmannbringung meiner Poesien durch deren Ankündigung und Besprechung in Deinem Blatte erhältst Du ein Extraexemplar derselben, welches sich von anderen dadurch unterscheidet, daß das Magistrale pag. 147 akrostichisch ist.

Da ich einige Exemplare meiner Carmina nach Prag zu schicken beabsichtige, so ersuche ich Dich den Plenum titulum des Bibliothekars Hanka, der mir vor etlichen Jahren durch Sreznjewski seine Poesien überschickt hat, entweder aus einem Schematismus, oder durch eine Nachfrage beim Herrn Bibliothekar Likawez zu eruieren und mir bekannt zu geben.

Schließlich mache ich Dich auf die in der Illustrierten Zeitung vom 6. d. M. pag. 92 vorkommende Sphinx aufmerksam, die bei Thorda in Siebenbürgen soll aufgefunden worden sein. Ich halte dafür, daß sich entweder ein deutscher oder ein slawischer Schalk mit den Archäologen einen Spaß erlaubt hat. Ich habe die Inschriften beim ersten Anblick, sie rückwärts lesend, dahin entziffert, daß sie Zari dan und ima imati thieri zari dan, ima imeti tire (Bahnen) zarje oder zorni dan, habet habere vias aurorae dies, zu lesen sind. Anfangs habe ich thiere für dveri, duri gehalten; allein auf meiner gestrigen Fahrt nach Münkendorf auf einer Schneebahn (tir) die wahre Wortbedeutung entziffert. Ich zweifle nicht, daß jeder Slawe, der auf die fraglichen Inschriften aufmerksam gemacht wird, solche ohne Beihilfe eines Schlüssels so leicht als ich lesen wird. Daher wäre dieser Gegenstand, wenn er in den Novice zur Sprache kommen sollte, mit Vorsicht zu behandeln, weil man sich sonst lächerlich machen könnte. Vale et fave. Dein Freund

Dr. Prešérin

Krainburg, am 21. Jänner 1847.