Der Turnier zwischen den beyden Rittern Lamberg und Pegam

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Der Turnier zwischen den beyden Rittern Lamberg und Pegam.
Janez Anton Suppantschitsch
Izdano: 1807
Viri: dLib
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Po Zakonu o avtorskih in sorodnih pravicah (59. člen) trajajo avtorske pravice še 70 let po avtorjevi smrti.
Za anonimna in psevdonimna dela (kadar ni mogoče nedvoumno ugotoviti avtorja) trajajo 70 let po zakoniti objavi dela (61. člen).
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Kein einziges Lied, das der Slave aus seinen Ursitzen nach Krain brachte, hat sich bis jetzt unter uns erhalten. Wenn es auch wahr ist, dafs der Krainer — Slave bey seinem allmähligen Vorrücken über den Ister gegen die Küste des adriatischen Meeres schon eine eigene Mundart in unsere Gegenden brachre, so hat es doch auch seine Richtigkeit, dafs in dem von Völkern fremder und verschiedener Sprachen umgränzten Krain seine Mundart erst eine melodischere und singbarere Gestalt gewann.[1] Man vergleiche unsere Mundart nur mit der der Wender, die jenseits des Isters geblieben sind, und diese Behauptung wird bald den Anschein einer bloisen Hypothese verlieren. Bey diesem Gange der Sprache war es leicht und natürlich, dafs der Krainer — Slave den Geschmack an den ihm steif und altmodisch klingenden Gesängen seiner Väter verlor. Dennoch findet man im Lande ein und anderes Lied, dessen Alter sich zwar nicht von den Zeiten der Einwanderung der Slaven nach Krain[2], aber doch seit einigen Jahrhunderten her schreibt. Dafs aber solche Lieder nur selten mehr anzutreffen sind, ist vorzüglich daher erklärbar, weil erstens im Allgemeinen die drückende Regierungsart der Franken, unter der diese Slaven lange seufzten, ihren originellen Charakter allmählig erschlaffen machte, und weil sich zweytens besonders die Missionäre, welche die katholische Religion in Krain einführten, alle Mühe gaben, nebst den dem Heidenthume eigenthüumlichen Gebräuchen auch die profanen Lieder aus dem Volke zu verbanen, obschon es ihnen nicht gelang, beyde bis auf ihre letzte Spur zu vertilgen.

Für die slavische Literatur überhaupt dürfte es immer Gewinn seyn, wenn irgend ein Mann von Geschmack und feinem Naturgefühle, der die Sprache und den Charakter der Slaven in allen Perioden ihrer Geschichte genau kennt, die Mühe über sich nehmen wollte, die annoch vorhandenen Lieder dieser Art undter dem Volke zu sammeln, und un seine Sammlung derselben zu liefern. Auch dem philosophischen Geschichtforscher dürfte sie nicht ganz unwichtig seyn, indem Volkslieder immer ein Beytrag zur Kenntnifs der Laune und des originellen Charakters einer Nation sind, der sich bey den Krainer — Slaven einst durch die stärksten Züge auszeichnen mufste, indem sie nach so manchem widrigen Wechsel ihrer Schicksale dennoch bis auf unsere Zeiten so viel Eigenthümliches beybehielten. — —

Aber welche sind denn die ältesten Lieder der Krainer — Slaven? —

Für das älteste mir bekannte halte ich jenes von den ersten Sitticher-Mönchen, das ich vor ungefähr dreyen Jahren von einem alten Mütterchen in der Gegend des eingegangenen Cisterzienser-Stiftes Sittich, dessen Gründung in das Jahr 1135 fallt, singen hörte. Die kunstlose Einfachheit, das Unregelmässige, aber denno h Natürliche, obschon Roge in dem ganzen Liede, der hin und wieder vorkommende, nicht mehr gebrauchliche Bau einiger Constructionen, bey denen ich die Beobachtung machte, dafs wir sie heut zu Tage nach den Regeln der deutschen und nicht slavischen Wortfügung construiren, ein Paar aus dem Gebrauche gekommene, ächt slavische Wörter, die wir jetzt mit deutschen ersetzen — diefs alles bürgt mir hinreichend für das höhere Alter dieses Liedes. Mir war es damals, leider! nicht möglich eine Abschrift davon zu nehmen; denn meine Reisegefährten erlaubten mir kaum so viel Zeit, selbes ganz zu hören, und später konnte ich es, trotz aller meiner Bemühungen nicht in die Hande bekommen. Sollte jemand diefs Lied in einer Abschrift besitzen, den bitte ich im Nahmen unserer vaterländischen Muse hiemit öffentlich, mir selber güttigst mitzutheilen.[3]

Allein ein anderes, das eine ehrenvolle Vergleichung mit andern gleichzeitigen Volksgesängen früher kultivirter Provinzen aushalten dürfte, ist das gegenwärtige von dem Turniere zwischen Ritter Lamberg und Pegam. Es wird noch beynahe im ganzen Lande, vorzüglich aber in dem obern Theile desselben, um Katzenstein[4], wo Christoph Lamberg hauste, und in dem ganzen Savethale häufig gesungen. Der Verfasser dieses Liedes ist uns eben so wenig bekannt, als das Jahr, in dem es gedichtet seyn mochte. Auch kennt man die näheren Lebensumstände der beyden Helden dieser Ballade nicht. Es ist nicht bekannt, dafs diefs Lied je im Drucke erschienen wäre, und die gegenwärtige Ausgabe ist nach einer Abschrift veranstaltet, die mir mein würdiger Lehrer und Freund, der Herr Professor Vodnik mittheilte. Da es in verschiedenen Gegenden auch mit verschiedenen Abwichungen gesunden wird, so sammelte er mehrere Abschriften, vergliech sie mit einander, nahm die besseren Lesearten auf, und so erhielt der Text die Gestalt, in der er gegenwärtig erscheint.

Der um die Geschichte Krains so verdienstvolle Herr Linhart lieferte in seinen Blumen aus Krain für das Jahr 1781 eine deutsche Uebersetzung, oder vielmehr eine Umarbeitung dieser Ballade in hochklingenden Hexametern, in Nro. XXXVII. des Laibacher — Wochenblattes von 1806 theilte auch ich dem Publiko meine Uebersetzung mit. Sie ist im Metrum des Originals und beynahe wörtlich; nur glaube ich mein deutsches Gewand, wie es der Balladenton erfodert, auch nach einem älteren Costume zuschneiden zu müssen. Ich rücke sie jetzt bey, um das Original auch deutschen Lesern verständlich zu machen.

Schlüfslich werden die Freunde des vaterländischen Gesanges hiemit geziemend ersucht, mit krainerisch — slavischen Volksliedern, wenn sie deren welche kennen sollten, zu den bereits gesammelten ihre Beyträge zu liefern.

Laibach den 10. Februar 1807.

J. A. Suppantschitsch.

Tam béli Dunej mi ſtoji,
Na Duneju kaj ſe godi,
Me dobro poſuſhajte vi.
Je v’ ſrédi meſta trátiza,
Na trati rafte lípiza,
Dunej hladi nje sénzhiza.
Pod ſénzo misa rúmena,
Okoli mise ſtoli pa,
Sedi na ſtolih góspoda.
Méd nimi Zeſar govorí:
„Po moji miſli ſe mi sdi,
„Kraléſtvo naſhmu glihe ni.“
Perdirja Pégam in drizhí,
Oſhabno tako govorí:
„So prasni vaſh pogóvori!“
Naprej ſhe Pégam govorí:
„Kar pravim vam, goſpodji vi,
Zeſarja vun tud ne ſpuſtí:
„Imajo velk gofpóſtivó,
„Pa ne junaka pod ſebó,
„Katir bi ſkuſil fe s’meno.“
Odgovori mu Zeſar tako:
„Kaj zheſh praſhati me sa to?
„Ga jmam, de ti preſédal bo!
„Na krajnſki semlji mi shivi,
„Kér ſe na Kamnu govorî,
„Se nikdar tebe ne bojí.
„Kriſtof Kambergar s’imenam,
„Na ſivi ſkal’ prebíva tam,
„Te v’péſt shelí dobíti ſam.“
Prav Pégam; Piſhite mu liſt
„Domá puſtí naj vſe na ſtran,
„Perdirja meni naj v’ bran!“
Mu rezhe Zeſar piſat liſt,
Zhlovéka bersniga dobít,
De more kmal do njega prít.
Isgóvorí komaj enkrat,
„Ha eitel ist diefs Euer Wort!“
Und weiter redet Pegam so:
„Was ich so eben sprach, ihr Herrn!
„Nimmt selbst die Majestät nicht aus.
„Wohl habet ihr ein weites Reich,
„Doch einen Junker habt ihr nicht,
„Der eine Lanz’ mit mir zerbräch’!
Der kaiser ihm antwortet so:
„Defs kümmre, traun! dich nicht, ich hab’
„Ihn, der dich aus dem Sattel hebt.
„Im Krainerlande wohnet er,
„Am Stein, wie es benamset ist,
„Wohl nimmer zittert er vor dir,
„Er nennet Christoph Lamber sich,
„Auf grauem Felsen hauset er,
„Und wünscht sich wohl mit dir den Straufs,“
Und Pegam spricht: „Berichtet ihm,
„Er mach’ sich von der Heymath auf,
„Und tummle her sein Rofs zum Kampf.“
Die Kunde schrieb der Kaiser ihm,
Und sucht den schnellen Bothen nun,
Der selbe straks ihm überbringt.
Kaum sprach der Kaiser dieses Wort,
Se najde prezi pobezh mlad,
Kir liſt poneſe njemu rad,
Poneſe v’ lepo deshelo,
Goráto krajnſko deshelo,
The Kriſtofo Lambergarjó.
Svezhér je Dunej sapuſtil,
Leti kob’ nega slod podíl,
Je sjutra shé v’ Tershízhu bil.
Goſpóde tuki gor budi,
Pohlevno nje nagóvorí,
Ké Kriſtoph Lambergar ſtojí?
Pred njim ſe vsi perklánajo
Se njemu nizh ne slashejo
Mu s’perſtam grad pokashejo.
Sa kapo vtakne béli liſt,
Naport perklone jim fe niſk,
Gre hitro, ko nebéſki bliſk.
V’ lini ſtara mat’ ſtojí,
Inu per ſebi govorí:
„De to pa shé nizh prida ni!“
Do ſina tezhe ſvojiga,
Do Kriſtofa Lambergarja,
Deb’ lepó ga podúzhila.
So fand ein schmucker Knabe sich,
Der diese Kunde gern ihm tragt.
Er tragt sie in ein schönes Land,
Ins felsenreiche Krainerland,
Hin zu dem Christoph Lamberger.
Am Abend ritt er aus von Wien,
Als hätt’ Herr Jemand (†††) ihn gejagt,
War morgens in neumarktel schon.
Hier wecket er die Leute auf,
Und frägt sie höflich um Bescheid,
Wo Christoph Lamerg hausen thät.
Ein jeglicher sich beugt vor ihm,
Giebt sonder Lug in Trug Bescheid,
Und deutet hin auf Lambergs Burg.
Aufs Käppchen steckt er seinen Brief,
Verneigt vor jeglichem sich tief,
Und flieget, wie der Blitz, so schnell.
Alt Mütterlein schaut von der Wart’,
Und schüttelt mit dem Kopf’, und spricht;
„Der Bothe bringt nichts Gutes her!“
Sie wanket eilig hin zum Sohn,
Zum wackern Christoph Lamberger,
Und giebt ihm weisen Rath und Lehr’.
„Konizha maſh, ko tízhizo,
„Slato soble víhenízhizo,
„Pié ſladko rebúlizo.
„Stojí per jaſlih ſédem lét,
„Na ſonze mi nikol ne gré,
„Nu vidil ni she bélga dné.
„Tako ſhe mati rekla je:
„O kaj ti pravim Kriſtofé,
„Na te rezhí poſluſhaj me!
Hudízga ima Pégam dva,
„Premágal bodeſh ti obá
„Li glej, de te ne sapelá.
„Ak bodeſh vidil tri glavé
„Dve krajne njemu puſt obé.
„Na ſrédno naj ti ſabla gré.
Podá ſe v’ ſvitlo kámrizo
Na glavo déne kápizo,
Perphaſhe ſebi ſáblizo,
Perpaſhe ſebi ſáblizo.
Saſéde kónzha bersdiga,
Rokó pa materi molí;
„Mat’ moja sdrav, oſtante vi!“
Mi sdaj pa s’ konjam sadrizhí,
Ko ſtréla hitro mi letí.
„Dein Rofs flieft wie ein Vögelein,
„Und ifst nur goldnes Waitzelein,
„Und trinkt nur süsses Weinelein.
„Schon sieben Jahre steht’s im Stall’,
„Und nimmer kommt’s an’s Sonnenlicht,
„Sah niemals noch den hellen Tag.
Und weiter sprach das Mütterlein;
„Mein Christoph! was ich dir gesagt,
„Erwäge dieses alles wohl. —
„Zwey Teufel stehn in Pegams Bund,
„Und beyde überwältigst du,
„Nur lafs dein Auf verblenden nicht.
„Drey Köpfe wirst du da ersehn,
„Beacht’ die Beyden äussern nicht,
„Dafs du nur wohl den Mittlern triffst.“ —
Jetzt hüpft er in sein Kämmerlein,
Setzt auf sein schmuckes Käppelein,
Das Schwert wohl um das Hüftelein.
Er schwingt sich auf sein Wunderrofs,
Und reicht dem Mütterlein die Hand:
„Lebt wohl, lieb Mütterlein! lebt wohl!“
Nun sprengt er mit dem Gaul davon,
Er fliegt euch, wie der Donner — Keil,
In ſe popréd ne vſtanovi.
Po Duneju mi drija v’ſkók,
So per koſilu vſi okróg,
Pegamu pade shliza s’rók,
Nu Pegam tako govori:
„Naj prevezh teb’ ſe ne mudí,
„De glave bi ne sgubil ti. —
„Al ozheſh kaj pozhákati,
„Al zheſh ſe prezej máhati,
„Nu tvojo glavo vágati?
Je Kriſtof tako govoril:
„Ne bom ſe dolgo jeſ mudíl,
„Na krajnſkim ſim ſhe vzhéra bil.“
Ga oraſha Pegam ſpét takó:
„Kej pa ſe bo godílo tó?
„Al tu na terg’ ſhirokimo?“
Mu pravi Lambergar takó:
„Na polju, da vſi vídio,
„Sa najo zhaſt ſe bíeva.“
Na proti sdaj sadírjata,
Sa vſhéſmi ſe opráſhneta,
Si nizh ne ſturta húdiga.
Takó pa Pegam govorí:
Und bleibet nimmer, nimmer stehn.
Er gallopirt in Wien herum,
Nun alle beym Gelage sind, Der Löffel Pegams Hand entsinkt.
Doch jetzt nahm Pegam so dar Wort:
„Lafs ab von deiner Eile, Freund!
„Zu bald verlörst du sonst den Kopf! —
„Willst du verziehen, oder soll
„Sogleich beginner unser Kampf?
„Und wagst du deinen Kopft aufs Spiel?
„Drauf gab ihm Christopch den Bescheid:
„Verzug ist meine Sache nicht;
„Denn gestern war ich noch in Krain.“
Nun frägt ihn Pegam wiederum:
„So sprich wo ist der Ort zum Kampf?
„Gelüstet’s dir auf diesem Platz?“
jetzt gibt ihm Lamberg den Bescheid:
„Auf offnem Feld’, dafs alle sehn,
„Wir kämpfen un der Ehre Sold!“
Der Kampf beginnt, sie rennen an,
So dafs ihr Helm am Kopfe wankt,
Doch keiner aus dem Sattel fällt.
Und weiter spricht nun Pegam so:
„Premozhniga mi ſhe bilo ni,
„Te Kriſtofe to kaj ſkerbí?
„Al konjizh tvoj bo sháloval,
„Po polu bode rasgatal,
„Ki gospodarja bo iskal.“
„Pa Kriſtof tako govorí:
„Sa drúgiga pa meni ni,
„Ko to, kar tebe mal’ ſkerbí.
„Sa tojo shídano goſpó,
„Ki tako mlada vdóva bo,
„Ne véſh, de men dopadla bo?“
Se drugo Pegam saletí,
Se Kriſtofu pokáshe kri,
Mu vonder ſile ne sturí,
Ko tretje vkúp’ sadirjata,
Takrat se dobro pózhita.
Je méril Kristof ſrédniga,
Na ſtran je puſtil krajniga,
Udári ravno ſrédniga.
Je njemu pravo glavo vsél,
Pa hitro njo ne jévza vjél,
Veſ Dunej je zhes to veſél.
„Mich hat noch — Lamberg! merk’ dir’s wohl!
„Noch keiner in den Sand grestrekt.
„Wohl um dich wiehern wird dein Rofs,
„Herum wird’s rennen auf dem Feld’,
„Und suchen seinen Reitersmann.“
Darauf erwiedert Christoph ihm:
„Mich kümmert wohl kein ander Ding,
„Als das, worauf nich du gedenkst,
„Die holde Frau, die schon so jung
„Um dich als Wittib weinen wird.
„Traun! werben will felbst ich um sie!
Zum zweyten Mahl rennt Pegam an,
Das Blut aus Chriftophs Leibe spritzt,
Doch streckt er ihn nicht in den Sand. —
Nun rennen sie zum dritten an,
Und greifen sich recht wacker an,
Und trennen sich auf immerdar.
Den mittlern Kopf zielt Christoph nur,
Beachtet nicht die äusseren,
Haut auf den mitteren gerad.
Er nahm ihm seinen wahren Kopf,
Fieng selben mit der Lanze auf,
Und Alles jubelt jetzt in Wien.
Drizhí na beli Dunej s’ njó,
S’ junáka Pégama glavó,
Jo kashe Dunejzam lepó.
Mu rézhe tako ſvitli Zeſar:
„Junák ti, moſhki Lambergar
„Kaj zheſh iméti sa tvoj dar?“
Pa Lambergar odgovori:
„Na kranjſkim imam tri gradí,
„De b’ moji, proſim, laſtni bli!“
Pa Zeſar tako govori:
„Kar zheſh imét, nej ſe sgodí,
„Kar dolgo li tvoj rod shiví!“
Er sprenget in das schöne Wien
Mit des gewalt’gen Pegams Kopf’,
Und zeigt ihn männiglich zur Schau.
Nun sprach des Kaisers Majestät:
„Mein wackrer Junker Lamberger!
„Was wünschest du für deinen Lohn?“
Und Lamberger erwiedert ihm;
„Drey Burgen habe ich als Lehn
„In Krain, lafst sie mein eigen seyn!“
Drauf sprach der Kaiser alsobald:
„Verwilligt sey dein Wunsch, bis auf
„Den letzten Sprossen deines Stamms!

  1. Der süfsklingenden Sprache des Italieners mag unsere Mundart vielleicht den meisten Wohlklang zu verdanken haben.
  2. Schon die von den Römern sogenannten Sarmatæ lmigantes waren Slaven, und so erstreckt sich die Periode ihrer Einwandrung von Jahre 334 bis 624. n. Chr.
  3. Der Inhalt dieses Liedes ist kürz ich dieser: „Es kamen aus einem fremden Lande drey fromme Ordensbrüder, die sich in jener Gegend eine gemeinschaftliche Zelle bauten, sich mit frommen Werken beschäftigten, und die Einwohner auch eine vortheilhaftere Art des Getraidebaues lehrten. Auch dieser letztere Umstand zeigt mir das höhere Alter dieses Liedes, denn die ersten Mönche in Deutschland verbesserten ja auch den Ackerbau, ein Verdienst, das sich vorzüglich die Benediktiner erwarben. Aber nur noch eine Hypothese über die Ortsbenennung, und zwar aus dem nemlichen Umstande! — Das Getreide heifst in unserer Mundart shito. Ich frage nun: Könnte diefs nicht etwa die Veranlassung zu dem Namen Sittich (Sitizhina) gegeben haben? — Wahrscheinlicher doch, als der Valvasorische Himmelsvogel, der in der Luft, sit hic! sit hic! soll geschrieen haben.
  4. Noch heut zu Tage der Familie der Grafen von Lamberg zum Stein gehörig, die seit mehreren Jahrhunderten in Krain ansässig ist.